Das Alliiertenband


Still


1982, 00:10:46, PAL, Farbe, Ton, B017 05


Klaus vom Bruch (*1952 in Köln, lebt in Köln und Los Angeles) setzt sich in seinen Arbeiten mit Technologien und Macht im Kontext politischer und historischer Ereignisse auseinander. Anhand von Bildern – in seinen frühen Schaffensjahren in Form von Videobändern, anschließend durch Videoinstallationen und Skulpturen – untersucht er, was es bedeutet, in der eigenen Zeit zu leben. Gemeinsam mit Ulrike Rosenbach und Marcel Odenbach gründete er die unabhängige Künstlerproduzentengruppe ATV – Alternativ Television, die mit dem ersten Kölner Piratensender eine Alternative zum Fernsehen aufzeigte. Durch harte Schnitte kontrastiert und verbindet vom Bruch in seinen Arbeiten Selbstporträts sowie Dokumentar- und Werbeelemente zu einer heterogenen Video-Montage. In Das Alliiertenband, als Teil der Serie Die Harten und die Weichen, stellt vom Bruch Bilder von Panzern, Militärflugzeugen und -schiffen und vom Krieg zerstörter Städte Aufnahmen seines eigenen Körpers gegenüber. Eine weitere kontrastreiche Ebene fügt vom Bruch durch die Musik hinzu: La Danza (Gioachino Rossini), die Filmmusik von Silent Running und Johann Strauss’ Eine Nacht in Venedig. Die Befragung der deutschen Geschichte und des Zweiten Weltkriegs ist auch eine Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe und insbesondere der Erblast seiner Elterngeneration.