Boomerang


Still


1974, 00:10:50, NTSC, Farbe, Ton, S009 03


Die Videoarbeit Boomerang ist eine Gemeinschaftsarbeit von Richard Serra (*1939 in San Francisco / Kalifornien, lebt in New York und auf der Kap-Breton-Insel / Nova Scotia) und Nancy Holt (*1938 in Worcester / Massachusetts, gest. 2014 in New York). Holt realisiert in erster Linie Arbeiten im Bereich der Land Art und großformatige Installationen im öffentlichen Raum, experimentierte zu Beginn ihrer Karriere aber auch mit Fotografie und Video. Richard Serra ist seit den 1960er Jahren vor allem als Bildhauer monumentaler Plastiken im Außenraum bekannt, im Ruhrgebiet unter anderem durch sein Terminal (1977) in Bochum und seine Bramme für das Ruhrgebiet (1998) auf der Halde Schurenbach in Essen. Für seine Skulpturen arbeitet er mit industriellen Werkstoffen wie Blei und Gummi, später Eisen und Stahl, wobei sowohl die Beschaffenheit des Materials als auch der Bezug zum Raum zentrale Elemente seiner Arbeiten sind. Neben Skulpturen und Zeichnungen entstehen in den späten 1960er und 1970er Jahren auch Videos und Filme. Ein wichtiges Thema dieser Arbeiten ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Fernsehen und dessen Wirkung auf das Publikum sowie die politische und kommerzielle Bedeutung der Sendermonopole. Auch in dem Video Boomerang untersuchen Serra und Holt das Medium Fernsehen hinsichtlich seiner Tragfähigkeit als Kommunikationsmedium. Nancy Holt, die Darstellerin, befindet sich in einem Fernsehstudio, trägt einen Kopfhörer und spricht in ein Mikrofon. Durch die technische Übertragung und das Feedback hört sie ihre eigenen Worte leicht verzögert, wodurch eine permanente Rückkoppelung der Gedanken entsteht, die einen in sich geschlossenen Kreislauf bilden. Gefangen in einer „Welt verdoppelter Refexionen und Brechungen“ (Holt) und angesichts der asynchronen Erfahrung ihrer eigenen Äußerungen spricht sie über ihre Empfindungen während des Experiments.