Art Herstory


Still


1974, 00:20:56, NTSC, Farbe, Ton, F005 02


Hermine Freed (*1940 in New York, gest. 1998 in New York) studierte Malerei, war aber hauptsächlich als Filmemacherin tätig. Ab 1974 war sie Dozentin für Videokunst an der School of Visual Arts, New York. In ihren Videoarbeiten untersucht Freed die Beziehung zwischen dem direkt Wahrgenommenen und dem Wiedererkennen bereits gemachter Erfahrungen. Sie arbeitete mit der Bluescreen-Technik, mit Bildüberlagerungen und elektronischen Farbveränderungen ebenso wie mit Spiegeln, optischen Geräten, Linsen und Vergrößerungsgläsern. In Art Herstory integriert sich die Künstlerin selbst und einige ihrer KünstlerkollegInnen (wie den Videopionier Peter Campus) in Meisterwerke der europäischen Malereigeschichte. In einem Akt der Aneignung lässt sie einerseits monologisch eine neue Sicht auf (Kunst-) Geschichte verlauten und stellt philosophische Fragen. Andererseits scherzt sie mit ihren KollegInnen und lässt abfällige Bemerkungen fallen, die ganz im Gegensatz zu den fein gemalten Figuren stehen, die imitiert werden. Auch holt Freed eine Handkamera hervor, mit der sie ihre Darsteller-KollegInnen und das Publikum filmt. Freed strebt dabei danach, die Videotechnik in das traditionelle Medium der Malerei zu integrieren. Durch diese Auseinandersetzung mit kanonischen Werken der Kunstgeschichte kann Freed die Position der Frau und Künstlerin – als aktive Gestalterin – geltend machen und die männlich dominierte Geschichtsschreibung an sich infrage stellen.