AT&T


Still


1997, 00:28:45, PAL, Farbe, Ton, P010 02


Daniel Pflumms (*1968 in Genf, lebt in Berlin) künstlerische Arbeit gleicht derjenigen eines Produzenten, Musikers oder Designers und integriert Elemente einer Firmenstrategie. Seine Unternehmen tragen Namen wie „Elektro“ oder „Panasonic“, paradoxerweise produzieren sie jedoch nichts, sondern repräsentieren sich durch Logos und Symbole, über Videos, Installationen, Objekte und Leuchtelemente ausschließlich selbst. Computeranimationen werden Bestandteile von Video-Loops, die in aller Regel Logos bekannter Firmen zeigen, die Pflumm dekonstruiert und in ihre formalen Einzelteile zerlegt, um sie dann neu zusammenzusetzen und in unregelmäßigen Intervallen zu wiederholen, mit dem Ziel, Wahrnehmungskonventionen zu brechen. Das Video AT&T beispielsweise zeigt Fragmente des Logos des gleichnamigen US-amerikanischen Telekommunikationskonzerns, das sich im Video neu aufbaut. Neben aller ästhetischen Verführungskraft ist die Grundhaltung des Künstlers dabei kritisch:
„Pflumm verwandelt Werbung und Marketing in ‚Freiware‘, welche die Benutzer eigenständig verbessern können, ähnlich wie Linux im Software-Bereich. Seine Werke sind Zeichen und Werkzeuge einer ‚Mikro-Utopie‘, in welcher der Zweiertakt Angebot und Nachfrage gestört wird, und zwar durch individuelle Initiativen, durch eine Welt, in der Freizeit Arbeit schaffen würde und umgekehrt.“ (Nicolas Bourriaud)