Niklas Goldbach
Habitat C3B


2008, 01:00:54, 1080i50, color, sound


Die Aufnahmen für Habitat C3B sind 2008 in Beaugrenelle, im Front de Seine-Viertel im 15. Arrondissement in Paris entstanden. Das 1970 erbaute, südlich des Eiffelturms am Quai de Grenelle gelegene Viertel ist das Resultat von George Pompidous Plänen, die Stadt zu modernisieren. 20 Häusertürme mit einer Höhe von beinahe 100m wurden um eine erhöhte, mit Fresken versehenen Esplanade errichtet, die Fresken selbst sind nur von den höheren Stockwerken der Gebäude zu ersehen. Um den inzwischen stark heruntergekommenen Gebäudekomplex vor dem Verfall zu retten, hat die Stadt Paris ein groß angelegtes Projekt zur Renovierung von Beaugrenelle ins Leben gerufen.
Während seines Aufenthaltes im
Pavillon Laboratoire de Création de Palais de Tokyo hat sich Niklas Goldbach auf die Transitbereiche der Stadt konzentriert. In der Arbeit Habitat C3B sind die Charaktere, die sich im Laufe der Arbeit vermehren und ein exakt identisches Äußeres haben, in einem öffentlichen Raum gefangen und verhalten sich wie frei gelassene, orientierungslose Tiere. In den Szenen mit langen Kameraeinstellungen, in denen die einzige Bewegung die der rennenden Körper ist, wird der Zuschauer von dem Ort an sich und den bizarren Kreaturen irritiert. Sind sie hier um die Bewohner wie eine Miliz zu kontrollieren? Oder ist das Gegenteil der Fall, sind sie selbst Teil einer kontrollierten, komplett standardisierten Gesellschaft? Niklas Goldbach lässt den Zuschauer in seine komplexen Fragestellungen eintauchen, gibt aber keine Antworten - alles was zählt ist die Handlung die sich vor den Augen der Kamera, des Zuschauers abspielt.



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