Vito Acconci
The Red Tapes
1976, 01:39:36, PAL, Schwarz/Weiß
"The Red Tapes" ist ein dreiteiliges Epos, auf drei verschiedenen Tapes aufgenommen (Tape 1 "Common Knowledge", Tape 2 "Local Color", Tape 3 "Time Lag"). The Red Tapes stellt eine der Hauptarbeiten Acconcis dar. Ursprünglich für eine Großbildvideoprojektion beabsichtigt, vermischt die Arbeit Nahaufnahme und Landschaft. Der Künstler beschäftigt sich mit dem Aufbau des Selbst innerhalb eines kulturellen und historischen Sozialraumes.
Die Arbeit beginnt mit einem Bild Acconcis mit verbundenen Augen und entwickelt sich als kompliziertes Amalgam von Erzählungen, photographischen Bildern, Musik und Gesprächen. Die Welt wird mit verschiedenen Mitteln dargestellt: Diagramme der Vereinigten Staaten, Landschaftsphotographien, die einem Buch entnommen sind, Bilder von Autos, von einer Atompilzwolke und von abstrakten durch das Licht strukturierten Architekturen. Darüber hinaus spielt der Künstler mit Knöpfen, Plastikfigürchen und Spielzeugautos.
Der gesprochene Text entwickelt sich von einem Monolog zum strukturierten Dialog eines Theaterspiels. Der Monolog wird von einem Chor ergänzt, der Wörter listet oder der die den Kontext beschreibenden Lautmalereien singt, die ans Rezitieren eines Mantras erinnern.
Tape 1 "Common Knowledge" (40:31 min): zeigt, einerseits, die Struktur des Selbst (Acconci in Nahaufnahme), und auf der anderen Seite, das Verhältnis zur amerikanischen nationalen Geschichte.
Tape 2 "Local Color" (58:30 min): in diesem zweiten Teil wird die Perspektive verbreitert, der Körper wird im Kontext gesehen, architektonischer Raum wird zur Visualisierung von Psychologischen.
Auch geht es hier um die Relation von Zeit und Mensch. Das Verhältnis des Einzelnen zu anderen wird wiederholt thematisiert: Einsamkeit, Freundschaft und Liebesbeziehungen.
Schlagworte:
Performance, Körper, Sprache, Selbstreflexion, Identität