Corinna Schnitt


Das Schlafende Mädchen

2001, 00:09:00, Farbe

Eine einzige lange Kamerafahrt zeigt dem Zuschauer eine modellhafte Einfamilienhaussiedlung. Hier ist jedes Haus hübsch, neu und gleicht dem anderen. Die Siedlung scheint aber menschenleer und gespenstisch zu sein, da kein Zeichen von Leben in den Gärten oder auf den Strassen zu spüren ist. Diese bedrohliche Atmosphäre wird plötzlich von dem Klingeln eines Telefons unterbrochen. Die Kamera nährt sich einer Verandatür und öffnet den Blick in ein Wohnzimmer, in dem das titelgebende Gemälde von Vermeer hängt, während eine männliche Stimme auf einem Anrufbeantworter zu sprechen beginnt. Ein Versicherungsvertreter informiert seinen potentiellen Kunden über die verschiedenen Möglichkeiten der finanziellen Absicherung im Alter und fragt nebenbei nach seinem (beim Kunden) vergessenen Kugelschreiber. Gerade diese absurde Frage nach einem so unwichtigen Detail gibt der unheimlichen Atmosphäre eine groteske Wendung.

» 40JAHREVIDEOKUNST.DE Teil 9. Sammelband

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