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Claudia Aravena Abughosh
11 de septiembre
2002, 00:05:30, PAL, color, sound, A019 02
Themen der Videofilme der chilenisch-palästinensischen Künstlerin sind die Mechanismen des Erinnerns, Bewahrens und Vergessens. Aravena-Abughosh interessiert sich nicht für die Beschreibung und Dokumentation einer äußeren Realität, sondern für den Bezug dieser zum persönlichen, inneren Prozeß des Erinnerns.
11 de septiembre
2002, 5:30 min
Auf dem Bildschirm wechseln sich die bekannten Bilder der brennenden Hochhäuser vom World Trade Center in Manhattan und die eines brennenden Palastes ab. Der 11. September ist auch das Datum des von der CIA genehmigten chilenischen Militärputsches von 1973, während dem der sozialistische Präsident Allende im bombardierten Präsidentenpalast “Moneda" ums Leben kam. Es folgten 17 Jahre Militärdiktatur und Unterdrückung. Die Bilder dieses Ereignisses sind aber hauptsächlich auf das Gedächtnis des chilenischen Volkes beschränkt, im Unterschied zu denen New Yorks, die im Bildergedächtnis der Weltöffentlichkeit verankert sind.
Gegenwärtige Erinnerung trifft sich in diesem Video mit historischer Vergangenheit. Die Bilder werden von der Stimme der Künstlerin begleitet, die auf Spanisch Texte aus Marguerite Dumas “Hiroshima mon Amour" und Salvador Allendes letzter Rede an das Volk am 11. September 1973 flüstert.
Aravenas Film konzentriert sich einerseits auf die Tatsache, dass die Geschichte bestimmte Tragödien vergißt, andere aber in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit setzt und kritisiert so die Massenmedien und ihre einseitige, oft historisch unreflektierte Darstellung von Gewalt.
Darüber hinaus sind die Bilder des brennenden “Moneda" für die Künstlerin nicht alte Bilder einer historischen Vergangenheit, sondern die Quelle einer tiefemotionalen und subjektiven Erfahrung, indem persönliche Gefühlserinnerungen wieder wachgerufen werden.

