Alfredo Jaar

Requiem

Alfredo Jaar (*1956 in Santiago de Chile, lebt und arbeitet in New York) erregt seit Beginn seiner Karriere Aufmerksamkeit mit Arbeiten, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie den Umgang der Weltpresse mit diesen kritisch thematisieren und auf das fokussieren, was Jaar als die „Politik der Bilder“ bezeichnet. Wiederholt setzte er sich dabei mit der Person Henry Kissinger auseinander, der als Außenministerfür zahlreiche Eingriffe der USA in die Politik anderer Staaten verantwortlich war – so etwa für den gezielten Militärcoup in Chile am 11.September 1973, der eine demokratisch gewählte Regierung stürzte. Die spätere Entscheidung der USA, gegen das Römische Statut von 1998 zur Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs zu stimmen, schützt Kissinger und andere bis heute vor einer Strafverfolgung und Verurteilung. Jaars Edition für den Neuen Berliner Kunstverein Requiem (2017) adressiert auf poetische Weise den chaotischen Zustand der Welt, für den Kissinger maßgeblich verantwortlich, wenn auch nicht haftbar zu machen ist, und gedenkt der zahlreichen wie unsichtbaren Opfer. Zuletzt waren Jaars Arbeiten u. a. zu sehen: Museum of Contemporary Art, Chicago (2016); Deichtorhallen, Hamburg (2015); Times Square, New York (2014); Stedelijk Museum, Amsterdam (2014); Museum of Modern Art, New York (2013); Neue Gesellschaft für Bildende Kunst; Berlinische Galerie; Alte Nationalgalerie, Berlin (2012); Venedig Biennale (2013; 2009; 2007; 1986); São Paulo Biennale (2010; 1989; 1987); documenta, Kassel (1987; 2002).



Requiem
2017, Käfig, Buch, Kerze, 37,5 x 37,5 x 38 cm, Auflage 5 + 2 AP, Zertifikat
3.900 Euro Mitglieder, 4.400 Euro Nichtmitglieder