Freitag, 9. März 2018, 19 Uhr
Antimoderne Formen, gegen die Reproduktion unserer Gegenwart

Diskussion zu Kerstin Stakemeiers Buch Entgrenzter Formalismus. Verfahren einer antimodernen
Ästhetik
(b_books). Mit Anselm Franke (Leiter Bildende Kunst und Film, Haus der Kulturen der Welt, Berlin), Juliane Rebentisch (Professorin für Philosophie und Ästhetik, Hochschule für Gestaltung Offenbach) und Kerstin Stakemeier (Professorin für Kunsttheorie und -vermittlung, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg), moderiert von Jenny Nachtigall (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetik, Akademie der Bildenden Künste München)

In deutscher Sprache
Eintritt frei

„Auch wenn die Moderne durchaus besser hätte verlaufen können, so doch niemals gut“. Aus dieser polemischen Feststellung folgt in Kerstin Stakemeiers Buch
Entgrenzter Formalismus. Verfahren einer antimodernen Ästhetik (2017, b_books) die Suche nach einer antimodernen (Kunst-)Geschichte, deren Fäden Stakemeier überall in der Moderne aufnimmt, um sie mit der Gegenwart zu verbinden. Ihr Anliegen ist eine Entgrenzung der Moderne inmitten der Gegenwart, der Vorschlag eines ästhetischen Formalismus, der nicht aus der Kunst ausbricht, sondern diese aufbricht, ihrer Autonomie als bürgerlicher Beschränkung widerspricht und zu ihrer Entwertung ansetzt. Es ist diese ästhetische Theorie progressiver Selbstabschaffung, die im Rahmen des Podiumsgesprächs diskutiert werden soll.

Anselm Franke ist Autor, Kunstkritiker und Kurator, er leitet seit Anfang 2013 den Bereich Bildende Kunst, Film, Digitale Medien am Haus der Kulturen der Welt, Berlin. Er war u. a. Kurator der Shanghai Biennale (2014/2015) und der Taipei Biennale (2012) sowie Ko-Kurator des Programms Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin (2012), der 1. Brüssel Biennale (2008) und der Manifesta 7 in Trentino-Alto Adige / Italien (2008). Von 2006–2010 war Franke Direktor der Extra City Kunsthal in Antwerpen, von 2001–2006 Ausstellungsleiter der Kunst-Werke – KW Institute for Contemporary Art, Berlin.

Jenny Nachtigall ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetische Theorie der Akademie der Bildenden Künste München. 2014 realisierte sie mit Dorothea Walzer das Symposium „art and (re)production“, 2016 schloss sie ihre Doktorarbeit mit dem Titel
Beyond Modernis: Berlin Dada and Form as Contradiction am University College London ab. Gemeinsam mit Manuela Ammer, Eva Birkenstock, Kerstin Stakemeier und Stephanie Weber ist sie Initiatorin des Ausstellungs-, Magazin- und Diskussionsprojektes Klassensprachen / Class Languages. Sie schreibt u. a. für Artforum und Texte zur Kunst.

Juliane Rebentisch ist seit 2011 Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. 2002 Promotion, 2010 Habilitation in Philosophie. Trägerin des Lessing-Preises 2017. Veröffentlichungen u. a.:
Theorien der Gegenwartskunst zur Einführung (2013), Die Kunst der Freiheit (2012), Ästhetik der Installation (2013), Kreation und Depression (hrsg. mit Christoph Menke, 2010). Rebentisch ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik, veröffentlicht regelmäßig Essays in Bänden zur politischen Philosophie sowie in Kunstkatalogen und ist im Beirat der Zeitschrift Texte zur Kunst.

Kerstin Stakemeier lebt in Berlin und arbeitet als Professorin für Kunsttheorie und -vermittlung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg; sie schreibt regelmäßig für
Artforum, Texte zur Kunst u. a. Zu ihren Buchpublikationen gehören: Painting – The Implicit Horizon (mit Avigail Moss, 2012), Power of Materials / Politics of Materiality; The Present of the Future (mit Susanne Witzgall, 2014/2016); in 2016 erschien Reproducing Autonomy (mit Marina Vishmidt). Zurzeit arbeitet sie an dem Langzeitprojekt Klassensprachen / Class Languages (mit Manuela Ammer, Eva Birkenstock, Jenny Nachtigall, Stephanie Weber) das zwei Gruppenausstellungen in Berlin und Düsseldorf umfasst.