Elizabeth Price

31. Mai – 29. Juli 2016



Elizabeth Price, We Know (2014); Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein 2016, Foto: Roman MärzElizabeth Price, The Wollworths Choir of 1979 (2013); Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein 2016, Foto: Roman MärzElizabeth Price, The Wollworths Choir of 1979 (2013), Videostill © Elizabeth Price 2013
Kuratorin: Kathrin Becker

Der Neue Berliner Kunstverein stellt die britische Videokünstlerin und Turner-Preis-Trägerin von 2012 Elizabeth Price in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Berlin aus. Nach einer Karriere als Pop-Sängerin und nach der Beschäftigung mit Skulptur begann Price 2006 mit Video zu arbeiten und entwickelt seither ein eigenständiges und unverwechselbares Werk. In ihrer prozessorientierten Praxis hinterfragt sie die Bedeutung von kulturellen Artefakten, Sammlungen und Archiven. Oft verwendet sie Archivbilder und Dokumente und enthebt sie ihrer ursprünglichen Bedeutung und Kategorisierung, sodass sie ein Eigenleben entwickeln und durch die Neuordnung der Narration im Video eine räumliche und zeitliche Ausdehnung erfahren. Die Arbeit
The Woolworths Choir of 1979 (2013) ist eine 20-minütige, rhythmisierte Videocollage, die Aufnahmen gotischen Chorgestühls in mittelalterlichen Kathedralen, einen Auftritt der Girl-Band Shangri-Las aus den 1960er Jahren und einen Kaufhausbrand in einer Woolworth-Filiale in Manchester im Jahre 1979 kombiniert und durch Fingerschnipsen und Klatschen klanglich strukturiert. Prices Hauptinteresse gilt dabei der Frage nach der Eigenständigkeit von Bildern und Tönen und dem Wesen der Konventionen, durch die beides miteinander in Beziehung gebracht wird. Sie schafft fragile Verbindungen zwischen disparaten Motiven und macht sich so die „Elastizität“ (Price) der digitalen Videotechnik immer wieder neu zunutze. Im Titel der Werks ersetzt sie das Wort „Fire“ (Feuer) durch „Choir“ (Chor) und vollzieht damit auf semantischer Ebene ihre visuelle Praxis nach.

Elizabeth Price (*1966 in Bradford) lebt und arbeitet in London. 2012 erhielt sie den Turner Preis. Einzelausstellungen u. a.: The Model, Sligo (2016); Ashmolean Museum Oxford (2016); Turku Art Museum (2015); Kunsthalle Winterthur (2014); Julia Stoschek Collection, Düsseldorf (2014); Musée d’art contemporain de Montréal (2013); Contemporary Art Society, London (2013); Tate Britain , London (2012, 2010); Bloomberg SPACE, London (2012); The Baltic, Newcastle (2011); New Museum, New York (2011); Spike Island, Bristol (2009).