Eric Baudelaire. Walked The Way Home

6. März – 29. April 2018

Eröffnung: Freitag, 2. März, 19 Uhr

Kuratorin: Kathrin Becker

Für seine Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein schuf Eric Baudelaire eine neue Videoarbeit mit dem Titel
Walked The Way Home, die auf Beobachtungen zur wachsenden Präsenz bewaffneten Militärs im urbanen Raum verschiedener europäischer Städte – als Folge terroristischer Anschläge – basiert. Die aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommenen Soldat*innen werden in unmittelbarer Nähe zu Zivilist*innen gezeigt, sodass die Gegensätze zwischen beiden Personengruppen deutlich hervorstechen und ein unwirklicher Eindruck entsteht. Baudelaire nutzt Slow Motion und verwendet eine verstörende Komposition des in Rom ansässigen amerikanischen Pianisten und Komponisten Alvin Curran für den Soundtrack des Videos, auch der Titel der Arbeit ist von einem Werk Currans von 1973 inspiriert. Die ersten Beobachtungen zur militärischen Präsenz im Stadtraum machte Baudelaire auf dem Heimweg von seinem Studio in Paris und setzte diese in Rom fort, wo er sich zur Zeit im Rahmen eines Stipendiums an der Villa Medici der Französischen Akademie aufhält.

In seinem Werk nimmt Eric Baudelaire die Repräsentations- und Rezeptionsformen von Geschichte und Geschichtsschreibung in den Fokus. Im Wesentlichen produziert er Film- und Videoinstallationen, arbeitet jedoch auch mit Fotografie, Collage, Drucktechniken und Büchern. Nach aufwändigen Recherchen, die auf seiner ursprünglichen Tätigkeit als Politikwissenschaftler basieren, baut Baudelaire seine Arbeiten auf einzelnen Protagonist*innen auf, die einen historischen, zeitgenössischen oder fiktiven Charakter haben und entwickelt – auch in Interaktion mit realen Personen – fiktive Dokumentationen und alternative Narrative zu historischen Inhalten, unter Einbeziehung von historischen Dokumenten und Elementen einer mündlichen Überlieferung. Mit feiner Ironie schafft er Verbindungen zwischen unterschiedlichen sozio-politischen Kontexten, wobei er die Gegensätzlichkeit seiner Quellen betont.

Eric Baudelaire (* 1973 in Salt Lake City, lebt in Paris). Einzelausstellungen (Auswahl): Centre Pompidou, Paris (2017); Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig (2017); Witte de With, Rotterdam (2017); Ludwig Forum, Aachen (2015); Berkeley Art Museum, San Francisco (2015); Fridericianum, Kassel (2014); Bergen Kunsthall (2014); Beirut Art Center (2013); Gasworks, London (2012); Hammer Museum, Los Angeles (2010); Musée de la Photographie, Charleroi (2007). Gruppenausstellungen (Auswahl): ISCP, New York (2017); MAXXI, Rom (2017); Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, Jekaterinburg (2017); Whitney Biennale (2017); Biennale de Montréal (2016); Museo Reina Sofía, Madrid (2016); EVA International, Ireland’s Biennale, Limerick (2016); Sharjah Biennale (2015); Palais des Beaux Arts, Paris (2015); Yokohama Triennale (2014); Museum of Modern Art, Tokio (2013); Steirischer Herbst, Graz (2013); Museum of Modern Art, Kyoto (2013); MACBA, Barcelona (2013); Taipei Biennale (2012); Baltic Triennial of International Art, Vilnius (2012); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2012); La Triennale, Palais de Tokyo, Paris (2012); Centre Pompidou, Paris (2007); Le Mois de la Photo, Montréal (2007).


Mit der freundlichen Unterstützung des Bureau des arts plastiques des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur.