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Showroom
Public Art Bucharest Spatial Public Bucuresti
KünstlerInnen: Mirca Cantor, Anetta Mona Chisa / Lucia Tkácová, Nicoleta Esinencu, H.arta, Daniel Knorr, Dan Perjovschi und Lia Perjovschi Kuratiert von Marius Babias und Sabine Hentzsch (Leiterin Goethe-Institut Bukarest)
Dokumentationsausstellung in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und der Allianz Kulturstiftung
24. Januar – 13. Februar 2009
Anetta Mona Chişa / Lucia Tkáčová
Ausstellung: 13. Dezember 2008 – 15. Februar 2009
Kurator: Marius Babias
Anetta Mona Chişa (Prag) und Lucia Tkáčová (Bratislava) arbeiten seit 2000 zusammen und verfolgen weiterhin auch Einzelkarrieren. In ihren Gemeinschaftsarbeiten thematisieren sie Geschlechterverhältnisse sowie die Rolle als osteuropäische Künstlerinnen in einer westlich dominierten Kunstwelt. Mit Videos, Installationen, Textarbeiten und Performances brechen sie Konsumerwartungen und setzen Reflexionsprozesse über Genderfragen, Kunstmarkt und Kunstmachen in Gang. Ausstellung und Publikation sind als Werkschau angelegt. Die vorliegende Publikation ist ihre erste umfassende Monographie.

Performance „Uncomfortable Heritage“, Wien 2007
Die postkommunistische Welt mit ihren mehrfachen Brechungen und Diskontinuitäten steckt den thematischen Rahmen ihrer Arbeiten ab. Der Blick der Künstlerinnen richtet sich dabei weniger auf die verdrängte Vergangenheit und auf die Verwüstungen der Ost-Biographien, als vielmehr auf die konkrete Erfahrungswelt der Subjekte, die dem sogenannten Transformationsprozess vom Kommunismus zum Kapitalismus unterworfen sind. Sie fragen danach, welche Erfahrungsräume im derzeitigen Stadium des Übergangs noch bleiben. Die Arbeiten von Chişa und Tkáčová sind nicht Ausdruck der Suche nach Identität, wie vielfach in den Werken von KünstlerInnen der älteren Generation in Osteuropa zu beobachten; ihr künstlerisches Interesse liegt in der Sichtbarmachung des Wandels und der Neugestaltung des sich formierenden Neuen Europa.
Das bevorzugte Medium der beiden Künstlerinnen ist Video, weil es schnell im Do-it-yourself-Verfahren zum Einsatz kommen kann und weil es – zumindest in Osteuropa – tendenziell von Künstlern angeeignet wurde. Eine zweifache Selbstermächtigung: Die Künstlerinnen nehmen sich die Freiheit, die Vergangenheit zu überschreiten sowie ein künstlerisches Medium zu wählen, das sie gewissermaßen der Männerdomäne entreißen. Ohne explizit an feministische Positionen der historischen Neo-Avantgarde anzuschließen, sind einige ihrer Arbeiten geschlechterpolitisch grundiert, vor allem in ihrer Videoserie „Dialectics of Subjection“, 2005/06, wo die Mächtigen der Weltpolitik und der Kunstwelt aus der Perspektive der Frau und Künstlerin bloßgestellt werden. In dem vom n.b.k. co-produzierten Video „Manifesto of Futurist Women (Let’s Conclude)“, 2008, beziehen sie sich auf das „Manifest der futuristischen Frau“ von Valentine de Saint-Point, 1912, dass eine Replik auf das Gründungsmanifest des Futurismus, 1909, von Filippo Tommaso Marinetti ist.

Videostill: Manifesto of Futurist Women (Let’s Conclude), 2008
Der Selbstermächtigung im eigenen osteuropäischen Kontext steht die Exklusion im westeuropäischen Kontext gegenüber, denn Herkunft und Geschlecht steuern nach wie vor den künstlerischen Erfolg im Kunstmarkt. Dieser Erfahrung entspringt das Projekt „Private Collection“ (seit 2005 in den Kunstzentren Paris, Berlin, London, Wien, New York und Zürich realisiert), bei dem die Künstlerinnen Objekte aus Galerien weltweit entwenden und anschließend ausstellen. Der Fetisch Kunst, das Verkaufsgeheimnis im Kunstmarkt schlechthin, erfährt so eine Abwertung zum austauschbaren und banalen Alltagsgegenstand. Die gestohlenen Objekte, wie Preziosen in der Ausstellung gezeigt, erzählen von den Ein- und Ausschlussmechanismen einer stilvoll entrückten Kunstwelt, die aus symbolischen Aufladungen und spekulativen Behauptungen, letztlich aus banalen Tauschobjekten besteht.
Buchreihe „n.b.k. Ausstellungen“
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, die Publikation „Anetta Mona Chişa / Lucia Tkáčová“ in Deutsch/Englisch, 208 Seiten mit zahlreichen farbigen Abb., 19.80 EUR.
Showroom
Public Art Bucharest Spatial Public Bucuresti
KünstlerInnen: Mirca Cantor, Anetta Mona Chisa / Lucia Tkácová, Nicoleta Esinencu, H.arta, Daniel Knorr, Dan Perjovschi und Lia Perjovschi Kuratiert von Marius Babias und Sabine Hentzsch (Leiterin Goethe-Institut Bukarest)
Dokumentationsausstellung in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und der Allianz Kulturstiftung
24. Januar – 13. Februar
Dienstag / Donnerstag 14–20 Uhr
Mittwoch / Freitag 14–18 Uhr
Programm Kunstvermittlung
Donnerstag, 15. Januar 2009, 19 Uhr
Book release und Ausstellungsgespräch mit Sophie Goltz (Kommunikation / Kunstvermittlung n.b.k.)
Freitag, 23. Januar 2009, 19 Uhr
n.b.k. Showroom, 1. Stock
Eröffnung der Dokumentationsausstellung „Public Art Bucharest|Spaţiul Public Bucureşti“
mit Einführungen von Sabine Hentzsch und Marius Babias (KuratorInnen)
Sonntag, 1. Februar 2009, 18 Uhr
Trilogie: „Videogramme einer Revolution“ (mit Harun Farocki, D 1994), „Out of the Present“ (D/F/RUS 1995),
„Die Autobiographie des Nicolae Ceauşescu“ (Arbeitstitel, Work in Progress)
Gespräch mit Andrei Ujica (Filmemacher) und Sophie Goltz und Screening „Out of the Present“ ( 96 Min)
anlässlich der Dokumentationsausstellung „Public Art Bucharest|Spaţiul Public Bucureşti“
Donnerstag, 5. Februar 2009, 19 Uhr
„Reclaiming Space. Dokumentation Public Art Bucharest|Spaţiul Public Bucureşti“, D/RO 2007, 27 min
Screening und Gespräch mit Katharina Koch (Filmemacherin), Daniel Knorr (Künstler), Sabine Hentzsch
und Marius Babias anlässlich der Dokumentationsausstellung „Public Art Bucharest|Spaţiul Public Bucureşti“
Sonntag, 15. Februar 2009, 20 Uhr
Britta
Konzert